Ein Paar Vorübungen

Mit einigen praktischen Vorübungen bereiten wir uns auf unserern ersten Flug vor. Dabei geht es darum, ein Gefühl für die empfindlichen Steuerorgane des Hubschraubers und dessen Reaktionen zu bekommen. Anschließend wollen wir uns dann auf einen kleinen Probeflug begeben, der uns ebenfalls helfen soll, uns mit den Reaktionen des Fluggeräts auf Steuereingaben vertraut zu machen.

Wohin mit Händen und Füßen?

Mit der linken Hand umfassen wir Collective Pitch, den kollektiven Blattverstellhebel. In der rechten Hand halten wir den Stick, den zyklischen Blattverstellhebel.

Ganz wichtig: Die rechte Hand wird aufgestützt. Im richtigen Hubschrauber liegt der Arm auf dem Oberschenkel auf, bei der R22 oder der R44 liegt sogar die Hand selbst kurz hinter dem Knie auf dem Bein. Ohne Stütze können wir den Stick kaum ruhig und präzise genug führen! Bei einem normalen Joystick kann ein Buchstapel oder eine Trommel, in der CD-ROM-Rohlinge waren, als Unterbau dienen, um den Arm aufzulegen.

Die rechte Hand sollte aufgestützt werden. Idealerweise liet der Unterarm auf dem Oberschenkel auf.

Die Füße gehören logischerweise auf die Pedale. Wenn wir keine Pedale haben, muss die rechte Hand diese Aufgabe durch Drehung des Sticks noch miterledigen, was nicht gerade einfach ist!

Los geht's!

Bei unserer ersten Übung machen wir uns mit dem zickigen Fluggerät vertraut. Abheben wollen wir noch nicht.

Piloten im MSFS können die folgenden Übungen überspringen. Der MSFS simuliert die Aerodynamik nicht korrekt. Man kann einfach den Collective heben und (fast) senkrecht in die Luft gehen. Auch Pedaleingaben sind nur minimal erforderlich.

Pedale und Stick sind in ihrer Neutralstellung. Nun heben wir ganz vorsichtig den Collective an. Nach kurzer Zeit wird der Hubschrauber "leicht" und wird sogleich anfangen, sich über den Boden schleifend selbständig zu machen. Genau das müssen wir verhindern. Collective also erst mal wieder runter!

Was haben wir beobachtet? Die Maschine dreht sich rechts herum um die Hochachse, außerdem rutscht sie nach vorne und evtl. auch schon nach rechts weg. Machen wir uns klar, was da passiert:

Wenn wir mit dem Collective mehr Leistung zugeben, erhöht sich auch das Drehmoment. Der Hubschrauber dreht sich nach rechts um die Hochachse. Das müssen wir künftig durch einen Tritt ins linke Pedal ausgleichen. Je mehr Leistung wir zugeben, desto mehr linkes Pedal brauchen wir.

Bei vielen Hubschraubern, auch bei der B 206, ist die Rotorebene leicht nach vorne geneigt montiert. Wir bekommen dadurch in der mechanischen Neutralstellung des Sticks eine zarte Vorwärtskomponente mit auf den Weg. Auch das Auswandern nach rechts haben wir in der Theoriestunde schon kennengelernt: Der Tritt ins Pedal ist dafür verantwortlich. Neben dem Drehmoment-Ausgleich verpasst er dem Hubschrauber noch einen Schub nach rechts.

Löse dich von der Vorstellung, dass dort, wo der Stick zentriert ist auch die aerodynamisch betrachtete Neutralstellung ist. Die ist abhängig von Wind, Beladung und Konstruktion des Hubschraubers. Sie muss immer wieder neu "erfühlt werden".

Versuchen wir also, etwas dagegen zu unternehmen. Wieder haben wir den Collective vorsichtig an. Gleichzeitig treten wir schon mal ein bisschen ins linke Pedal. Sobald wir eine Tendenz zum Wegrutschen verspüren, halten wir mit dem Stick vorsichtig dagegen. Also: Stick auf jeden Fall ein bisschen nach hinten ziehen, ggf. auch ein ganz kein bisschen nach lins. Unser Ziel: Der Hubschrauber soll ruhig an der Stelle bleiben, wenn er leicht wird. Bitte noch nicht soviel Leistung zugeben, dass wir abheben!

Ist das einigermaßen gelungen, bitte den Stick dort festhalten, wo er gerade ist, und den Collective nochmal absenken. Dann erneut vorsichtig Leistung zugeben. Da die gehaltene Stickposition ein Auswandern nun einigermaßen verhindern sollte, können wir vorsichtig mit den Pedalen spielen. Wir üben zunächst, mit der Leistungszugabe die Nase immer in der Richtung zu halten. Zwischendurch Leistung weg, Pedale neutral, und wieder von vorn. Wenn man ein bisschen (ganz vorsichtig) mit den Pedalen spielt, bekommt man langsam ein Gefühl, wieviel man treten muss, um Änderungen zu bewirken.

Und jetzt: Üben, üben, üben!

Nachschlag

Im nächsten Schritt machen wir im Prinzip genau das Gleiche: Allerdings lassen wir jetzt auch den Stick immer wieder in die Neutralstellung zurückgehen. Wir versuchen bei der Zugabe von Leistung neben den Pedalen auch den Stick so zu koordinieren, dass wir gar nicht erst von der Stelle rutschen. Wir müssen lernen, die Ausbrech-Tendenzen sofort zu erkennen und ihnen entgegenzusteuern. Nach wie vor machen wir den Hubi nur "leicht" und heben noch nicht ab! Das klingt ganz einfach, ist aber schwieriger als man denkt.

Deshlab: Üben, üben, üben!

Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Februar 2013 14:28

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