Schwebeflug

Die richtigen Fixpunkte, die richtige Fluglage und ganz kleine Steuerbewegungen, die jede Tendenz zum Ausbrechen rechtzeitig unterbinden - das sind die Geheimnisse des Schwebeflugs. Und natürlich viel Training.

Wir konnten uns ein wenig mit den Eigenheiten des Fluggeräts vertraut machen. Jetzt führt kein Weg mehr daran vorbei: Wir müssen lernen, (einigermaßen) sicher zu schweben. Das ist für eine richtigen Start ebenso wie für die Landung absolut unumgänglich.

Fixpunkte

Das Erste, was wir brauchen, sind Fixpunkte für die Augen. Jegliche Rückmeldung über Veränderungen der Fluglage, die man fühlen kann, haben wir als Simulatorpiloten ja nicht. Wir müssen alleine über die Augen erkennen, ob der Hubschrauber steigt oder dreht oder nach irgendeiner Richtung ausbricht. Es braucht einiges an Gewöhnung, alle Änderungen sicher und richtig zu erfassen.

Auf der Piste helfen uns die aufgemalten Markierungen bei der Orientierung. Beim Blick direkt vor den Hubschrauber schauen wir auf die Schwelle oder eine andere Markierung der Piste. Jetzt zahlt es sich aus, dass wir eine hohe Auflösung der Bodentexturen gewählt haben. Sogar die Struktur des Asphalts hilft bei der Orientierung. Beim Blick in die Ferne weist uns die Mittellinie die Richtung. Im freien Gelände können bei der Richtungsorientierung z.B.hintereinander stehende Bäume gute Fixpunkte sein.

Fixpunkte im Schwebeflug

Am Anfang bietet sich folgende Technik an, um die Position des Hubschraubers ungefähr zu hlaten: Der Hubschrauber holt – wie wir gelernt haben – stets Fahrt in die Richtung auf, in die die Rotorkreisfläche geneigt wird. Nehmen wir jetzt Windstille an und nehmen wir an, dass Einflüsse durch den Heckrotor und die Beladung schon ausgeglichen sind, muss man "nur" die momentane Fluglage beibehalten. Dafür gucken wir aus dem Fenster und vergleichen die Cockpitkontur mit dem Horizont. Jede Nick-Tendenz und jede Roll-Tendenz gleichen wir sofort aus, um eine Bescheunigung nach vorne oder hinten (nicken) bzw. nach rechts oder links (rollen) zu verhindern.

Das "nur" steht bewusst in Anführungszeichen. Denn so einfach, wie es sich anhört, ist es nicht. Wir müssen ja die ausgeglichene Ausgangsposition zuerst einmal finden, zweitens ist der Hubschrauber ein instabiles Gerät. Er hält sich nicht freiwillig in dieser Position, sondern versucht ständig auszubrechen.

Wer über einen Headtracker verfügt, sollte ihn ausschalten. Die ständigen Veränderungen des Bildausschnitts erschweren am Anfang das Erkennen der Fluglage.

Das Wichtigste: Gaaaanz kleine Steuerbewegungen! Der Hubschrauber reagiert schon auf minimale Steuereingaben. Aber er tut es mit einer Zeitverzögerung. Das ist die Tücke. Man glaubt, man hätte zu wenig gesteuert, weil die Reaktion (noch) nicht erfolgt ist, steuert nach und hat damit übersteuert. Beim Gegensteuern der gleiche Effekt. Schon schaukeln wir uns auf.

Es ist unrealistisch, jetzt schon einen perfekten Schwebeflug erreichen zu wollen. Das erfordert sehr viel Übungund ein vorausschauendes Steuern, bei dem man die Bewegungen des Hubschraubers fast schon ein bisschen vorausahnt.

Erst mal die passende Fluglage finden

Wie finden wir nun überhaupt die ausgeglichene Ausgangsposition? Indem wir einer vorhandenen Bewegung gegensteuern. Bewegt sich der Hubschrauber zum Beispiel nach vorne, ziehen wir den Stick leicht zurück, um die Bewegung zu bremsen. Kurz bevor die Maschine zum Stillstand kommt und nach hinten tendiert, bewegen wir den Stick um den halben Betrag wieder nach vorne. Mit etwas Übung kann man so bereits begonnene Bewegungstendenzen stoppen.

Eine kleine Hilfe kann es vielleicht sein, sich ein Pendel vorzustellen. Wenn wir jetzt die Hand vorwärts bewegen, folgt die Masse unten amSeil der Handbewegung mit einer kleinen Verzögerung. Stoppen wir die Bewegung abrupt, beginnt das Pendel zu schwingen. Ziehen wir die Hand dagegen ein kleines Stück zurück, steht das Pendel wieder still. Die Abläufe sind ähnlich wie beim Steuern des Hubschraubers.

Der Ablauf

Ran an die Übung: Den Collective langsam anheben, dabei müssen wir, wie bei den Vorübungen schon trainiert, versuchen, die Position von Pedalen und Stick zu finden, bei der der Hubschrauber möglichst wenig Ausbrech-Tendenzen zeigt. Wenn wir den Collective jetzt noch ein bisschen weiter hoch ziehen, heben wir ab. Nun heißt es, schnell zu reagieren! Wir müssen jedes Abwandern sofort ausgleichen. Im Zweifel versucht der Hubschrauber nach links auszuwandern. Also Stick ein ganz kleines Stück nach rechts und dann um die Hälfte dieses Steuerwegs wieder nach links. Wenn wir jedes Ausbrechen, egal in welche Richtung, nach diesem Schema kontern, finden wir eine Fluglage, die uns auf der Stelle hält. Die müssen wir durch kleine, schnelle Steuerbewegungen gegen jede Änderung verteidigen.

Zur Erinnerung: Durch den Heckrotor bekommen wir eine Schubkomponente nach rechts. Wir müssen den Hubschrauber deshalb ganz leicht nach links geneigt halten, um das Abwandern nach rechts zu verhindern. Die leichte Linkslage hat nicht, wie immer wieder von Anfängern oder Umsteigern von weniger realistischen Simulatoren behauptet wird, etwas mit einem falsch kalibrierten Joystick oder gar einem Fehler im Simulator zu tun. Sie ist völlig normal. Ebenso wie ein deutlicher Wind von rechts natürlich dafür sorgen kann, dass der Hubschrauber nach lins wandern will und eher rechtslastig gehalten werden muss. Aber wir haben ja die Nase gegen den Wind stehen, da merken wir das noch nicht.

Bis man einen richtig sauberen stationären Schwegeflug hinbekommt, braucht man viel Training. Für den Anfang reicht es, einigermaßen auf der Stelle schweben zu können. Aber einigermaßen sollte es wirklich sein, bevor man sich an die nächste Übung ranwagt. Also: Üben, üben, üben...

Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Februar 2013 12:02

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